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Mythencheck: Elektroauto laden
Stimmt es, dass…

… das Laden von Elektroautos heute noch relativ umständlich ist?

Bisher war das Laden von batterieelektrischen Fahrzeugen tatsächlich recht umständlich, weil man nicht an jeder Ladesäule berechtigt war, zu laden. Außerdem wies die Ladeinfrastruktur große Lücken auf. Aber das ändert sich gerade rasant, denn Autohersteller, Energielieferanten und die Bundesregierung sorgen derzeit für große Dynamik in der Elektromobilität in Deutschland.

Elektroauto laden
© biker3 / Fotolia

Stadtwerke Ahrensburg errichten Ladesäulen

Die Stadtwerke Ahrensburg werden innerhalb der nächsten Monate mindestens drei Ladesäulen in Ahrensburg installieren, davon zwei Schnellladesäulen. Gehören Sie zu den Menschen, die sich mit dem Thema „Elektroauto“ noch nicht beschäftigt haben? An dieser Stelle möchten wir Ihnen zunächst einen kurzen Überblick zum Thema „Aufladen“ geben. Weitere Beiträge rund um die E-Mobilität folgen.

Bessere Ladeinfrastruktur in Sicht

Seit Anfang des Jahres 2017 läuft ein dreijähriges Förderprogramm der Bundesregierung, das mit 300 Millionen Euro den Aufbau einer flächendeckenden, bedarfsgerechten und nutzerfreundlichen Infrastruktur vorantreibt. Gefördert werden ausschließlich Ladesäulen, die mit Strom aus erneuerbaren Energien gespeist und öffentlich zugänglich sein werden. In erster Linie unterstützt das Programm die Errichtung von Schnellladesäulen, so dass bis 2020 bundesweit 5.000 neue Schnellladepunkte entstehen. Daneben unterstützt es auch die Errichtung von rund 10.000 Normallladepunkten, an die Elektrofahrzeuge angeschlossen werden, während die Nutzer zum Beispiel einkaufen, ins Kino oder Restaurant gehen.

Typenunabhängiges Laden möglich

In der Anfangsphase der Elektromobilität in Deutschland machte mangelnde Kompatibilität zwischen Elektrotankstelle und Elektroauto das Laden je nach Typ des Öfteren umständlich. Dieses Problem hat sich durch neue Steckerstandards und verbesserte Schnittstellen mittlerweile so gut wie erledigt. Eine Schnittstelle ist mehr als nur ein Stecker; sie sorgt für eine abgestimmte Daten- und Energieübertragung zwischen Batterie und Ladepunkt. Für schnelles Laden sind heute CCS-Stecker Standard, für langsames Laden Typ2-Stecker. Für andere Steckertypen stehen an den Elektrotankstellen Übergangslösungen zur Verfügung.

Zu Hause über Nacht laden

Mehr als 80 Prozent der Besitzer von Elektrofahrzeugen in Deutschland laden den Stromspeicher zu Hause bequem über Nacht auf. Langsames Laden ist theoretisch an jeder Steckdose möglich, praktisch nutzt man den Wechselstrom, der in der Garage zum Beispiel aus einer Wallbox kommt. Das volle Aufladen der Fahrzeugbatterie dauert hier etwa sieben bis acht Stunden. Wechselstrom (auf Englisch alternating current, AC) wird auch an sogenannten Normalladesäulen bzw. AC-Säulen angeboten.

Unterwegs schnell laden

Wenn es unterwegs schnell gehen soll, kann man sein E-Auto an einer Schnellladestation derzeit binnen rund einer Stunde Strom für rund 100 Kilometer Fahrstrecke laden. Einige Fahrzeuge können in dieser Zeit die Batterie sogar auf 80 Prozent laden. Schnellladesäulen werden DC-Säulen genannt, weil sie Gleichstrom liefern, auf Englisch direct current (DC). Neuere Schnellladepunkte bieten in der Regel eine Ladeleistung von 50 Kilowatt pro Stunde, was je nach Fahrzeugmodell durchschnittlich eine Aufladung von 80 Prozent binnen 20 Minuten bedeutet. In Zukunft soll es Stationen mit bis zu 350 Kilowatt geben – dann wird man den Stromspeicher minutenschnell auf 80 Prozent laden können.

Diskrimierungsfrei laden

Bisher konnten Nutzer von Elektroautos nicht an jeder beliebigen Station nachladen, sondern brauchten häufig eine spezielle Berechtigung. Jetzt steht ein wichtiger Wendepunkt bevor: Eine Ergänzung zur Ladesäulenordnung der Bundesregierung soll sogenanntes „diskriminierungsfreies Laden“ erreichen. Die Regelung sieht vor, dass Ladevorgänge an öffentlichen Säulen auch Einmalnutzern möglich sind – ohne Registrierung, Anmeldung oder Vertrag. Zur Abrechnung sind vier Varianten vorgesehen: kostenlose Stromabgabe, Zahlung per Ladekarte, Bargeldzahlung oder webbasiertes Bezahlen.

In den letzten Monaten hat sich auf dem Gebiet der Elektromobilität in Deutschland also schon Vieles zum Positiven entwickelt, und in den nächsten zwei Jahren werden weitere enorme Verbesserungen umgesetzt werden.

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