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Mythencheck: Reichweite von E-Autos
Stimmt es, dass…

… die maximale Reichweite eines Elektroautos nicht das Maß aller Dinge ist?

Interview mit Jan Voelkel, Innovationsmanager Elektromobilität bei der Stromnetz Hamburg GmbH, einem Kooperationspartner der Stadtwerke Ahrensburg im Bezug auf Elektromobilität.

Mythencheck Reichweite
© Daniel Krason / Shutterstock.com
Was heißt eigentlich „elektrische Reichweite“?

Unter Reichweite von Elektroautos versteht man, grob gesagt, wie weit man mit der Kapazität der voll geladenen Batterie kommt.

Wie hoch ist die Reichweite von E-Autos im Durchschnitt?

Die Reichweite hängt auch vom Fahrverhalten des Nutzers ab. Mit einem offensiven Fahrstil  verbraucht man natürlich deutlich mehr Energie als mit einem vorausschauenden. Kleinwagen der aktuellen Generation haben im Durchschnitt eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern. Insofern sind Elektroautos ideal für Pendler, denn ihre tägliche Strecke liegt in der Regel deutlich darunter. Hersteller von Elektrofahrzeugen der Oberklasse versprechen Reichweiten von bis zu 600 Kilometern.

Erzielt man die vom Hersteller angegebene maximale Reichweite denn garantiert?

Man muss ehrlicherweise sagen, dass die maximale Reichweite im Grunde nur bei idealen Bedingungen erreicht wird – zum Beispiel, wenn die Batterie neu und die Witterung günstig ist. Unter Alltagsbedingungen beträgt die Reichweite von Kleinwagen um die 200 Kilometer. Alltagsbedingung heißt: Man hat zum Beispiel die Musikanlage und die Heizung im Auto eingeschaltet. Das gehört zum Komfort einfach dazu. Bei winterlicher Kälte oder wenn die Batterie schon in die Jahre gekommen ist, kann die Reichweite deutlich unter den sonst üblichen Durchschnitt sinken. Für den üblichen Fahrbedarf ist das allerdings immer noch mehr als genug. Ein typischer Pendler in Deutschland fährt im Schnitt mit seinem Fahrzeug weniger als 20 Kilometer pro Tag.

Aber unterm Strich muss man ein Elektrofahrzeug weiterhin häufiger „tanken“ als einen Benziner, oder?

Elektroautos verlangen ein Umdenken, was das "Tankverhalten" betrifft. Mit einem Benziner oder Diesel tankt man in der Regel erst, wenn sich der Treibstoff dem Ende neigt. Bei Elektroautos lädt man die Batterie täglich auf – ähnlich wie man es bei viel benutzten Smartphones tut.

 
Wie entwickelt sich die Lade-Infrastruktur in Deutschland?

Die Zahl der öffentlichen Stromtankstellen steigt in diesem Jahr deutlich, so dass sich die Infrastruktur der E-Mobilität in Deutschland erheblich verbessert. Es gibt immer mehr Möglichkeiten, die Batterie unterwegs binnen ca. 20 Minuten nachzuladen. Die Stadtwerke Ahrensburg bieten derzeit im Stadtgebiet Ahrensburg sechs Ladesäulen mit je zwei Ladepunkten an. Alle zwölf Ladepunkte der Stadtwerke Ahrensburg liefern klimaneutralen Ökostrom.

Klingt so, als wäre die Zeit reif, sich ein Elektroauto anzuschaffen...

Das entscheidet jeder für sich selbst, ich kann nur sagen, dass zusätzlich zur verbesserten Infrastruktur auch die anderen Rahmenbedingungen der Elektromobilität so gut sind wie nie zuvor.

Nur ein paar Beispiele: Die Auswahl an Elektrofahrzeugen ist deutlich gestiegen, die Preise dagegen sind gesunken, sowohl für Autos als auch für so genannte E-Bikes oder Pedelecs. Dank des aktuellen Umweltbonus des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) können Käufer von vollelektrischen Autos eine Kaufprämie von bis zu 4000 Euro beantragen.

 
Ist noch mehr Bewegung in Sachen E-Mobilität zu erwarten?

Ja, dank der gestiegenen Reichweite der neuen Elektroautos und dank der verbesserten Infrastruktur gewinnen die Nutzer von Elektroautos immer mehr an Flexibilität. Und sicherlich werden bald weitere neue Angebote die Elektromobilität in Deutschland noch attraktiver machen.

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